Diese Basis-Maßnahmen sollte jedes Handwerksunternehmen umsetzen

Der Ruf des Handwerks leidet seit vielen Jahrzehnten. Schuld daran ist nicht nur die teilweise mangelhafte Bezahlung der Handwerkskräfte für einen überdurchschnittlich herausfordernden Berufszweig, sondern auch, dass das Handwerk in der Vergangenheit verpasst hat, seine eigene Attraktivität und seine beruflichen Chancen zu inszenieren und für den Berufseinsteiger zu präsentieren. Wo Kammern und Innungen versagt haben, müssen nun die Handwerksunternehmen selbst ran. Immer mehr stellen sich die Frage nach dem Wie. Wie kann ich mich attraktiver am Markt für potenzielle Kunden und Mitarbeiter präsentieren? Wie kann ich mich abheben und welche Maßnahmen muss ich dafür ergreifen? Die Frage aller Fragen.

Vorab kann man schon einmal sagen: Ein allgemeingültiges Geheimrezept gibt es nicht. Kein Unternehmen ist wie das andere, für jedes gilt ein anderer Marketing-Mix. Zu viele individuelle Faktoren haben Einfluss auf die Wahl der Zusammenstellung notwendiger Maßnahmen. Deshalb wird es auch im Folgenden keine Anleitung für DEN richtigen Marketingplan geben. Es wird sich lediglich um Tipps handeln, die wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit über 800 Kunden aus dem Handwerk aussprechen können.

3, 2, 1 – LOS!

Basis-Maßnahmen, die jedes Handwerksunternehmen umsetzen sollten

Die Basics

Die Zeiten haben sich geändert und ganz natürlich geht der Trend vor allem in den digitalen Bereich. Zeitungsanzeigen, Telefonbucheinträge und Vereinssponsoring waren gestern. Jetzt sind die Gesetzmäßigkeiten des Marketings ganz andere als noch vor 10 oder 20 Jahren. Wer heute von Kunden, potenziellen Bewerbern oder Kooperationspartnern gefunden werden möchte, muss online sein.

Wir leben in einer Welt, in der es kaum mehr etwas gibt, was es noch nicht gibt. Produkte, Dienstleistungen, Know-how, Service… – alles ist vergleichbar. Wer hier als Experte herausstechen möchte, braucht vor allem eins: Alleinstellungsmerkmale. Raus aus der Vergleichbarkeit und nicht mehr weiterhin einer von vielen sein. Diesen Wunsch hegen natürlich sehr viele Unternehmen, doch nur die wenigsten schaffen es tatsächlich, eine Monopol-Stellung in der eigenen Branche aufzubauen. Das ist auch tatsächlich nicht ganz so einfach, denn dafür braucht es ein Umdenken. Ein Umdenken der festgefahrenen Strukturen des eigenen Unternehmens, eine Neupositionierung. Nur wer exklusiv aufgestellt ist, wird zukünftig im Handwerk mit dem bereits akuten Fachkräftemangel noch Bestand haben. Denn nur dann ist es möglich, bei gleich bleibendem Arbeitseinsatz höhere Gewinne generieren zu können. Eine Neuausrichtung und Positionierung des eigenen Unternehmens muss jedoch auch unter die Leute gebracht werden. Wie schaffe ich es, dass sich ein Kunde für mich und mein Unternehmen entscheidet und nicht für den Mitbewerber? Hierfür ist eine klare und ausgefeilte Nutzen-Kommunikation von großer Bedeutung. Nur wer es versteht, den tatsächlichen Kunden-Nutzen auf den Punkt zu bringen, wird es schaffen, Klarheit in die Entscheidung der Kunden zu bringen und kann diese sogar steuern. Dieser Nutzen spielt in allen Marketing-Maßnahmen und in Kanälen die wichtigste Rolle. Viel zu viele Unternehmen vergeuden immer noch zu viel Geld für unnötige Marketing-Ausgaben, für durchschnittliches Design und vollgepackte Websites. Dabei will der Kunde doch nur eins wissen: Was habe ich davon? Erklären Sie Ihrem Interessenten also seine Vorteile und bleiben Sie nicht in technischen Details und leeren Floskeln stehen.

Was früher das Ladenfenster war, ist heute die Website. Sie ist das Aushängeschild eines jeden Unternehmens und der erste Eindruck, den Sie bei Ihren potenziellen Kunden hinterlassen. Genau wie einst das Schaufenster muss auch die eigene Website gehegt und gepflegt werden. Doch die Zeiten werden nicht einfacher und die Ansprüche steigen. Somit gibt es einige Faktoren, die für eine gute Website entscheidend sind:

Basis-Maßnahmen, die jedes Handwerksunternehmen umsetzen sollten

1. Benutzerfreundlichkeit

Die sogenannte Usability (Benutzerfreundlichkeit) sollte zu jedem Zeitpunkt der Website-Entwicklung absolute Priorität haben. ‚Design follows function‘ – diese Regel hat seit jeher Bestand und gilt auch in Zeiten des World Wide Web. Benutzerfreundlichkeit äußert sich nicht nur in einer logischen und einfach verständlichen Struktur der Seite, sondern auch in schnellen Ladezeiten und aussagekräftigen Texten.

 

2. Authentizität

Keiner kauft gerne die Katze im Sack, deshalb ist Authentizität besonders wichtig. Machen Sie sich nicht kleiner als Sie sind, aber eben auch nicht größer. Halten Sie, was Sie versprechen können. Zeigen Sie authentische, aber dennoch professionelle und hochwertige Bilder, stellen Sie Ihr Team vor, erklären Sie Ihr Unternehmen und dessen USP. Präsentieren Sie Ihre Referenzen in einem modernen Design und ebenfalls mit schönen Fotos, damit Sie Ihr Können in ein perfektes Licht rücken.

 

3. SEO-optimierte Texte

Über gute Texte haben Sie nun schon etwas erfahren. Sie sollten nicht aus aneinandergereihten Versprechungen und leeren Floskeln, wie ‚Wir sind ihr kompetenter Partner im Bereich Holz‘ oder ‚Wir lieben, was wir tun‘, bestehen, sondern einen tatsächlichen Nutzen vermitteln. Im Online-Bereich ist jedoch auch die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Website-Texte unbedingt notwendig. Nur wer Google mit kundenorientierten und aussagekräftigen Texten erfreut, wird auch belohnt. Neben Top-Texten sind hier aber auch weitere Faktoren, wie interne und externe Verlinkungen (z.B. zu interessanten Fachbeiträgen, Partner-Seiten oder diversen Portalen), Bildbeschreibungen oder die mobile Seitenansicht wichtig.

 

4. Design

Design sollte nie der entscheidende Faktor einer Website sein, jedoch sollte Design vor allem Freude bereiten. Freude für den eigenen Kunden, Freude für (potenzielle) Mitarbeiter und natürlich auch Freude für den Geschäftsführer selbst, denn er steht mit seinem Gesicht für seine Marke. Ästhetik ist etwas ganz individuelles. Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Orientieren Sie sich jedoch nicht zu sehr an Ihrem eigenen Geschmack, denn der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Versetzen Sie sich also in den Kopf Ihres Kunden und machen Sie sich Gedanken, welche Art von Design ihm gefallen könnte. Konservativ und bodenständig oder modern und gewagt?

Soweit zu den Basics. Natürlich könnte man diese um ein top-designtes Logo oder eine Hochglanz-Broschüre erweitern, jedoch sprechen wir hier von einer Mindestausstattung. Was wir den Unternehmen, die ihren Expertenstatus langfristig etablieren möchten, noch empfehlen würden, erfahren Sie in einem weiteren Blogbeitrag.

 

Bildnachweis:

Bild-Nummer: 179761498 von Nadezhda, 104906192 von nd3000, 250011006 von MIND AND I stock.adobe.com

Josepha Mohr
Josepha Mohr

Hey, ich bin Josepha und stolze Geschäftsführerin von dr.mohr Markenbildung. Mit geballtem Know-how, den richtigen Werkzeugen und unserem Spezialisten-Team wollen wir kleinen und mittelständischen Unternehmen die beste Beratung bieten. Mit meiner Erfahrung innerhalb der strategischen Positionierung, konzeptionellen Marketing-Entwicklung und systematischen Markenbildung stehe ich unseren Kunden auf ihrem Weg zum Markenaufbau gerne zur Seite.