Schärfen Sie Ihre Unternehmensvision!

Das Manko vieler Unternehmen

Ein Großteil der Unternehmen und deren Geschäftsleitung kann auf die wichtigste Frage, die es für ein Unternehmen gibt, keine schlüssige Antwort geben: „What business are you really in?“ oder „Was ist unser eigentliches Geschäftsfeld?“. Der Management-Experte Peter Drucker äußerte einmal, dass die meisten seiner Kunden, die er beraten hat, deshalb in die Krise gekommen sind, da sie genau die oben stehenden Fragen nicht beantworten konnten.

Und wenn schon die Geschäftsleitung diese Fragen nicht beantworten kann, wie sollen es dann die Mitarbeiter können? Wie soll der Vertrieb seinen Kunden erklären, wofür man eigentlich Experte sei, welche Probleme der Kunden man besonders gut lösen könne, wo man besser agiere als der Wettbewerb?

Eine mangelnde Positionierung ist oft der Grund für eine fehlende Unternehmervision. Und selbst wenn ein Firmengründer mit der Vision, die besten Produkte der Branche oder die außergewöhnlichsten Dienstleistungen anzubieten antritt, so verliert dann die zweite oder dritte Generation oft den roten Faden. Spätestens wenn dann ein Unternehmen verkauft wird oder in die Hände eines Großkonzerns gerät, ist die ursprüngliche Vision endgültig begraben.

 

Die Vision täglich vermitteln

Von Sam Walton, dem Gründer des mittlerweile umsatzstärksten Unternehmens der Welt, ist bekannt, dass er täglich mit seinem Flugzeug von Markt zu Markt flog, um seine Vision mit den Mitarbeitern zu teilen. In seinem Buch „Sam Walton – Made in America“ hat er die Regeln und Prinzipien der Nachwelt hinterlassen. Jeder Beschäftigte in seinem schon damals riesigen Unternehmen wusste genau, für was WAL-MART steht: “To give ordinary people the opportunity to buy the same things as rich people.“ – zu deutsch – „Einfachen Menschen zu ermöglichen, die gleichen Dinge kaufen zu können wie Wohlhabende“.

Eine griffige Unternehmensvision setzt große Kräfte frei, sie schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl, begeistert Mitarbeiter und stellt ein gemeinsames Verständnis her. Was für ein Unterschied, wenn ein Chef auf der jährlichen Weihnachtsfeier die Parole ausgibt: „Wir wollen im nächsten Jahr 10 Prozent mehr Marktanteile.“ oder wenn der Geschäftsführer so etwas sagt, wie: „Imagine a world in which every single person is given free access to the sum of all human knowledge”, zu Deutsch “Stell Dir eine Welt vor, in der jeder einzelne Mensch freien Anteil an der Gesamtheit des Wissens hat.” Es ist hier erstaunlich, dass man für besondere Visionen immer wieder auf Unternehmen in den Vereinigten Staaten zurückgreifen muss. Die letztgenannte Formulierung gilt als die Vision von Wikipedia. Bill Gates hat seine Gründungsvision 1975 für Microsoft so postuliert: „Ein Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Zuhause.“ Zwanzig Jahre später wurde daraus die weltbekannte Formulierung „information at your fingertips“.

 

Amerika hat es besser

In Amerika fällt es Unternehmen leichter große Visionen zu entwerfen als hier in Europa. Jedes Schulkind in den Staaten wird schon ab der ersten Klasse darauf getrimmt, sich selbst zu präsentieren und zu vermarkten, während in Europa weit mehr Frontalunterricht mit komprimiertem Fachwissen als Kommunikation und visionäres Denken vermittelt wird. Speziell in Deutschland hören angehende Unternehmer in den betriebswirtschaftlichen Studiengängen oder auch auf Meisterkursen wenig über visionäres Unternehmertum und Mitarbeiterbegeisterung.

Genau dies dürfte der Grund sein, warum Motivationsgurus, wie Jürgen Höller, Bodo Schäfer und Christian Bischoff nach wie vor die Hallen für ihre Botschaften füllen. Doch die einfache Botschaft „Du schafft es!“ reicht heute in dem harten Verdrängungswettbewerb nicht mehr aus, um sich langfristigen Erfolg erarbeiten zu können. Die bekannten Motivationstrainer haben mittlerweile auch das Thema „Positionierung“ als Marktlücke entdeckt und verkaufen Seminarwochenenden mit spärlichem Inhalt zu diesem Thema recht erfolgreich an Selbständige, die auf der Suche nach Sinn und Vision sind.

 

Der Positionierungs-Workshop als Lösung für die fehlende Vision

Besser aufgehoben wären viele Selbständige, wenn sie sich ein paar Tage zusammen mit ihren wichtigsten Mitarbeitern Zeit nehmen und ihre Ziele, Engpässe, Risiken und Chancen gemeinsam erarbeiten würden. Ein Positionierungs-Workshop geht hier noch weiter: Man macht sich ausführlich Gedanken über den gebotenen Kundennutzen und die eigene Kompetenz-Zuweisung. Aus den gesammelten Ideen bekommt man dann Klarheit, in welche Wunschkunden man sich zukünftig investieren möchte. In der Energie-Resonanz-Positionierung verwenden wir hier den Begriff der Leidens-Zielgruppe. Oft entsteht durch die intensive Diskussion und das gemeinsame Arbeiten an der eigenen Positionierung im Nachhinein ein zusammengehöriges visionäres Denken. Am Ende eines Positionierungs-Workshops wird dann die neue Positionierung mit den „unverschämten Zielen“, die man am Anfang des Workshops formuliert hat, nochmals verglichen. Ziele, die man anfangs für praktisch unerreichbar hielt, wirken am Ende eines Workshops mit einer echten Leuchtturm-Positionierung realistisch und leicht erreichbar.

Mit der gemeinsamen Begeisterung der hart erarbeiteten Positionierung und dem festen Willen, diese gemeinsam umzusetzen, entsteht die große Chance einer klaren Unternehmensvision. Diese wirkt stärker und langfristiger als das beste Motivationsseminar. Schafft ein Unternehmen das gemeinsame Umsetzen der Leuchtturm-Positionierung und tritt dann auch in Zahlen der Erfolg ein, wirkt diese Entwicklung wie ein Katalysator für die gemeinsame Vision.

Als Leuchtturm-Unternehmen in der Branche mit einer klaren Vision kann jedes kleine und mittelständische Unternehmen auch zu einem ganz großen Markenunternehmen werden. Dazu gehört unbedingt von Anfang an eine klare und eindeutige Positionierung, die in unseren Workshops nach der Energie-Resonanz-Positionierung erarbeitet werden kann.

 

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Thomas Mohr
Thomas Mohr

Hallo, ich bin Thomas und in den über 30 Jahren als Geschäftsführer habe ich tagtäglich mit Themen zu tun, die sicherlich auch andere Führungskräfte interessieren. Deshalb möchte ich mein Wissen über Personal, Strategie und Positionierung gerne weitergeben und somit anderen Unternehmern einen echten Mehrwert bieten.