Was kommt eigentlich nach Corona?

In jedem Positionierungs-Workshop nehmen wir uns am Anfang genügend Zeit, um drei bis fünf Jahre vorauszuschauen. Wir analysieren die Fragen: Wie soll mein Unternehmen am Ende der nächsten halben Dekade aussehen, mit welchen Chancen und Risiken müssen wir bei unserer strategischen Ausrichtung rechnen?

Viele Überlegungen in den vergangenen Workshops haben sich aufgrund der Corona-Situation dramatisch verändert. Die Corona-Pandemie wird zum Brandbeschleuniger für Entwicklungen, die sich ohne den Virus Jahre hingezogen hätten. Zusätzlich kommen auf die Weltbevölkerung Herausforderungen aufgrund der immer deutlich sichtbareren Auswirkungen der Klimakrise hinzu, die wir uns bis vor kurzem nicht vorstellen konnten. Wenn das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, Abk. WEF), bekannt von den jährlichen Treffen der Wirtschaftseliten in Davos im Schweizer Kanton Graubünden, aktuell den „Great Reset“ ausruft, hat das Konsequenzen nicht nur für die internationalen Big Player, sondern auch für jeden Mittelständler, der mittelfristig sein Überleben absichern möchte.

 

„Reset“ heißt Neustart, nicht Veränderung

Die Ziele der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SGDs) werden jetzt in einer bisher nicht vorstellbaren Geschwindigkeit umgesetzt werden müssen. Niemand kann sich zurzeit ansatzweise vorstellen, wie das konkret geschehen soll. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass diese Transformation schneller kommen wird, als wir uns das in den kühnsten Träumen vorstellen konnten. Genauso wie von einer Woche auf die andere Homeoffice und Videokonferenzen eingeführt worden sind, werden Veränderungen in der Wirtschaft kommen, die innerhalb kürzester Zeit völlig neue Marktstrukturen möglich machen werden. Den zahlreichen Zweiflern, die immer noch glauben, die Klimakrise wäre reine Panikmache, sei das aktuelle Buch von Dirk Steffens und Fritz Habekuss „Über Leben“ empfohlen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, auch bei der Einschätzung, was auf uns zukommen wird.

 

Mögliche Trends, auf die wir uns einstellen müssen

Ähnlich wie beim Shutdown während der Corona-Pandemie wird es zu mehr Zwangsmaßnahmen von staatlicher Seite kommen. Das einzelne Unternehmen kann nicht mehr tun und lassen, was es will. Hilfsgelder und Steuererleichterung wird es für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen geben. Bestimmte Branchen werden keinerlei Überlebenschancen haben und auch nicht mit Überbrückungsgeldern oder Abwrackprämien gestützt werden. Kreuzfahrten, Binnenflüge, tonnenschwere SUVs und Massentourismus werden schon bald der Vergangenheit angehören.Für Industrien mit hohem Energieverbrauch, Betreibern von Massentierhaltung und Veranstaltern von Großevents sieht es nicht gut aus. Die Veränderungen bedeuten massive Nachteile für viele traditionelle Branchen und Vorteile für nachhaltige und digitale Geschäftsmodelle.

Wachstumspotenzial wird es wohl eher in folgenden Branchen geben:

  • Lebensmittel aus ökologischem Anbau
  • Gesundheitsversorgung
  • Bildung in jeder Hinsicht
  • Wasserversorgung
  • Erneuerbare Energien
  • Entsorgungsbetriebe
  • Elektromobilität
  • Wohnungsbau
  • Kommunikationsdienstleistungen
  • Logistik

 

Das beste Investment: Aufbau des eigenen Experten-Status

Natürlich besteht hier die große Gefahr, dass immer mehr Konzerne und internationale Big Player die Märkte dominieren und entsprechend auch Einfluss auf die Politik ausüben. Schon jetzt durchdringen die Big Five (Apple, Microsoft, Google, Facebook, Amazon) die öffentliche Meinung und die Medien mehr als notwendig und werden ihre Vormachtstellung weiter ausbauen. Umso wichtiger wird es sein, dass mittelständische Firmen ihren Einfluss auf regionaler Ebene ausbauen. Im Positionierungs-Workshop werden deshalb Strategien entwickelt, um zum Marktführer in der Region zu werden. Es geht um das Investment in den eigenen Experten-Status. In Bayern nennen wir so ein Unternehmen „Platzhirsch“. Wenn Ihr Kunde an Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung denkt, sollte sofort auch Ihr Firmenname damit in Verbindung gebracht werden.

 

Gründen Sie eine Zukunftswerkstatt

Sehen Sie die nächsten Monate als begrenzte Übergangszeit in ein neues
(Wirtschafts-)Zeitalter und richten Sie Ihr Unternehmen zügig auf die neuen Herausforderungen aus. Dabei spielt natürlich auch eine große Rolle, ob Ihre Kunden und Geschäftspartner eher zu den Gewinnern oder Verlierern des „Great Resets“ gehören. Suchen Sie nach Problemen und Wünsche von Zielgruppen, sowohl B2B wie B2C, die auch im neuen Wirtschaftszeitalter noch Beschäftigung haben werden. Erstellen Sie ein Wunschkunden-Profil von Personas, die auch nach der Zeitenwende noch ihre Unterstützung benötigen. In Mitteleuropa und besonders in Deutschland spielt dabei auch die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle. Mit der interaktiven Bevölkerungspyramide kann man sehr exakt in die Zukunft blicken und vorausschauend erahnen, wie sich bei uns in Deutschland die Bedürfnisse der einzelnen Verbraucher entwickeln werden.

Gründen Sie in Ihrem Unternehmen eine Zukunftswerkstatt, die regelmäßig einmal im Monat zusammenkommt und Trends für das eigene Business aufspürt und weiter vorantreibt. Oder machen Sie gleich Nägeln mit Köpfen und buchen Sie einen Positionierungs-Workshop, der für Ihr Unternehmen einen Strategieplan für die Zeit nach dem „Great Reset“ ermöglicht. Wir sollten uns jetzt alle auf die große Veränderungen vorbereiten.

 

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Thomas Mohr
Thomas Mohr

Hallo, ich bin Thomas und in den über 30 Jahren als Geschäftsführer habe ich tagtäglich mit Themen zu tun, die sicherlich auch andere Führungskräfte interessieren. Deshalb möchte ich mein Wissen über Personal, Strategie und Positionierung gerne weitergeben und somit anderen Unternehmern einen echten Mehrwert bieten.